Pflanzenkohle

Pflanzenkohle hilft das Stallklima zu verbessern, Nährstoffverluste und die Emission von Klimagasen zu reduzieren sowie den Humusgehalt und somit die Bodenfruchtbarkeit zu erhöhen. In Kombination mit anderen Maßnahmen guter fachlicher Praxis könnte Pflanzenkohle die Nachhaltigkeit der Tierhaltung verbessern.

Deshalb ist grundlegend nötig:

  1. genügend Feuchtigkeit, damit die Nährstoffe in Lösung gehen können und die Poren der Kohle sich aufladen
  2. eine möglichst hohe Vielfalt an möglichst organischen Nährstoffen, um keinen Mangel an bestimmten Nährstoffen aufkommen zu lassen (die wichtigsten Nährstoffe für die mikrobielle Besiedlung sind organische Kohlenstoffverbindungen und Stickstoff, welche in reiner Kohle begrenzt sind)
  3. die Dauer der Aufladung sollte mindestens 14 Tage betragen
  4. hilfreiche Mikroorganismen müssen das Substrat besiedeln können (Kontakt zu humusreicher Erde, Verwendung von Komposttee, Kompost oder ‚effektive Mikroorganismen‘

Stapelkompost/Stapelmist
Küchenabfälle, Mist, Gartenabfälle etc. an einem eher schattigen Platz im Verhältnis 10:1 mit feuchtem Pflanzenkohlepulver bestreuen. Das heißt auf zehn Eimer Kompostmaterial kommt ein Eimer Kohle).
Eventuell kann eine EM-Lösung darüber gegossen werden (auf zehn Liter Wasser etwa eine halbe Tasse EM).
Nach etwa drei bis sechs Monaten ist der Kompost fertig, er kann aber auch schon früher verwendet werden und vererdet dann am Ort der Nutzung.

Bokashi (Mistsilage)
Hier werden Küchenabfälle und Mist etc. fermentiert, also anaerob (ohne Sauerstoff) verstoffwechselt (wie Sauerkrautherstellung oder Silage). Dafür wird jede neue Schicht Abfälle mit Pflanzenkohlepulver bestreut und luftdicht verschlossen. (Pflanzenkohlepulver gibt es entweder fertig als Terra-Preta-Streu zu kaufen oder kann mit diesem Rezept hergestellt werden: pro 20 Liter Kohle ein Liter EM (wer mag auch ein Liter Urin) und etwa 10 Prozent Gesteinsmehl vermischen und in einem geschlossenen Behälter lagern). Die Fermentation dauert etwa einen Monat, dabei sollte das Gefäß eher warm gelagert werden.

Stalleinstreu
Pflanzenkohle alle 1-2 Wochen dünn auf die Stalleinstreu aufstreuen. Am besten dazu angefeuchtete Kohle verwenden (Staubbelastung!). Dann kann die Kohle gleich schon im Stall anfangen, sich aufzuladen und es geht noch weniger verloren bzw. ist das Stallklima besser.

Güllebehälter
Man kann Pflanzenkohle auch gut in Flüssigmistanlagen einbringen, indem man es in den Güllebehälter einrührt. Am besten geschieht dies in regelmäßigen Abständen, wenn die Grube noch eher wenig gefüllt ist. Beim Behandeln von Gülle: 1,5 % auf das Volumen bezogen Pflanzenkohle einmischen und einrühren.
Wenn man Probleme mit Schwimm- oder Sinkschichten hat, kann es von Vorteil sein, wiederum bestimmte Bakterienkulturen hinzuzugeben.

Pflanzenkohle im Tierfutter
Der einfachste Weg, Pflanzenkohle in den landw. Kreislauf einzubringen, ist, diesen in geringen Anteilen im Futter vermischt an die Tiere zu verfüttern. Dabei darf man allerdings weder zu viel Pflanzenkohle verwenden, da sonst die Nährstoffaufnahme vom Tier verringert werden könnte, aber auch nicht zu wenig, da sonst der Effekt verloren geht. Die Tiere nehmen das Kohlefutter gerne an, bzw. fressen teilw. sogar die Kohle oft pur, wenn Sie krank sind.
Die Kohle reichert sich dann schon im Darm mit dem Kot an und ist dann von Anfang an da wo sie sein soll. Es wurden bisher zwar leider noch zu wenig Untersuchungen in diesem Thema durchgeführt, aber es gibt erste Hinweise aus der Praxis, dass die Pflanzenkohle in der Fütterung sogar von Vorteil für die Tiergesundheit ist.

Quellen: Scheub, Pieplow, Schmidt (2013): Terra Preta. Die schwarze Revolution aus dem Regenwald, Schmidt, Hans-Peter (2011): Wege zu Terra Preta – Aktivierung von Pflanzenkohle